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Parodontitis


Der Zahnhalteapparat (lateinisch: Parodontium) besteht aus vier verschiedenen anatomischen Strukturen (Zahnfleisch, Knochen, Wurzelzement und Haltefasern). Die Parodontitis, häufig irrtümlicher Weise als Parodontose bezeichnet, ist eine entzündliche Erkrankung, deren Hauptursache Bakterien in Form von Zahnbelägen (Plaque) sind. Jede Parodontitis beginnt auf dem Boden einer oberflächlichen Zahnfleischentzündung (Gingivitis). Die typischen Symptome der Zahnfleischentzündung sind Rötungen, Schwellungen und das Auftreten von Zahnfleischbluten.

Die fortschreitende Entzündung führt zu einem Abbau des Zahnhalteapparates, der häufig durch einen Zahnfleischrückgang bemerkt wird. In einem fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung kommt es zu Zahnlockerungen, Zahnwanderungen bis hin zum Zahnverlust. Die fortschreitende Entzündung verursacht nur selten akute Schmerzen und wird daher häufig vom Patienten selbst nicht bemerkt. Eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung "Parodontaler Screening Index" (PSI) stellt sicher, dass eine parodontale Erkrankung bereits früh erkannt wird.

Die menschliche Mundhöhle ist von einer Vielzahl von Bakterien besiedelt, aktuell sind über 700 verschiedene Arten bekannt. Die Mehrzahl dieser Keime ist nützlich oder harmlos, nur wenige dieser Bakterien stellen sogenannte Pathogene, d. h. krankmachende Erreger dar. Bakterien können sich in Lagen zusammensetzen und vermehren und damit einen Biofilm bilden. Werden diese Bakterienansammlungen über einen längeren Zeitraum nicht wirkungsvoll beseitig, so können diese durch Mineralieneinlagerung verkalken und Zahnstein bilden. Dieser erleichtert wiederum eine Bakterienanhaftung. Stoffwechselprodukte des Biofilms können eine körpereigene Immunantwort hervorrufen.

Regelmäßig durchgeführte professionelle Zahnreinigungen und eine gute häusliche Mundhygiene verhindern wirkungsvoll entzündliche Zahnfleischerkrankungen!



Gesundes Zahnfleisch
Gingivitis
Parodontitis

Die Behandlung gliedert sich in mehrere Behandlungsschritte, an deren Ende jeweils das bis dahin erreichte Behandlungsziel überprüft wird (Reevaluation). In der ersten Therapiephase, der antiinfektiösen Therapie, steht die Ursachenbekämpfung der Entzündung im Vordergrund. Im Rahmen eines Mundhygienetrainings erlernt der Patient eine für ihn optimale häusliche Zahnputztechnik und die Verwendung geeigneter Hilfsmittel zur Reinigung der Zahnzwischenräume. Im Rahmen professioneller Zahnreinigungen werden alle erreichbaren Auflagerungen an den Zähnen sorgfältig entfernt. In dieser Phase der Behandlung werden außerdem, sofern vorhanden, offene Kariesstellen mit Füllungen versorgt, überstehende Füllungsränder alter Restaurationen werden geglättet. Sofern Wurzelkanalbehandlungen oder Zahnentfernungen unausweichlich sind, werden diese zu diesem Zeitpunkt ebenfalls geplant. Die antiinfektiöse Therapie schließt mit einer nicht chirurgischen Reinigung der infizierten Wurzeloberflächen ab. Dies geschieht unter örtlicher Betäubung und ist daher für den Patienten schmerzfrei. Nach etwa 8-12 Wochen wird die häusliche Mundhygiene erneut überprüft und die Zahnfleischtaschen werden nachuntersucht. Bei einer optimalen Mitarbeit der Patienten und bei nicht zu schweren Erkrankungsformen ist meist keine weitere zahnärztliche Therapie notwendig. Sollte sich dennoch der Bedarf einer weiterführenden Behandlung zeigen (Taschentiefen > 5mm), werden begrenzte parodontalchirurgische Eingriffe zu diesem Zeitpunkt geplant (chirurgische Parodontitistherapie).

Ist es durch die parodontale Erkrankung zu einem vertikalem Knochenabbau gekommen (Bildung von Knochentaschen), so können diese heute oft regeneriert werden. Dazu wird bei einer kleinen Operation an den betroffenen Zähnen das Zahnfleisch vorsichtig gelöst. So kann unter Sicht die Wurzeloberfläche nochmals gereinigt werden und dann der Defekt regeneriert werden. Dazu stehen heute mehrere Verfahren zur Verfügung. Das klassische Vorgehen besteht aus einer Abdeckung des Knochendefekts mit einer Membran, die das Einwachsen der Schleimhaut verhindert (mechanischer Ansatz). So haben die Zellen, welche den Zahnhalteapparat bilden die Möglichkeit, von unten und von der Seite in den Defekt einzuwandern und aufzufüllen. Ende des letzten Jahrhunderts ist ein neues Verfahren hinzugekommen. Hierbei werden auf die gereinigte Wurzeloberfläche Schmelz-Matrix-Proteine (SMPs) aufgetragen. Diese Proteine verändern die Wundheilung (biologischer Ansatz), so dass es im Rahmen der Heilung zu einer Regeneration kommt (Neubildung des Zahnhalteapparates) und nicht zu einer Reparation (Narbenbildung). Beide Verfahren werden heutzutage angewendet, manchmal auch unter zusätzlichem Einsatz eines Knochenersatzmaterials. Die Auswahl des regenerativen Verfahrens hängt von der Defektform ab.

Befund
Nach dreijähriger Behandlung

Die Parodontitistherapie endet nicht einfach nach Abschluss der aktiven Therapie. Da es sich bei der Parodontitis um eine chronische Erkrankung handelt, brauchen die betroffenen Patienten eine gut strukturierte parodontale Nachsorge, häufig auch „Recall“ genannt. Hierbei werden die individuelle häusliche Plaquekontrolle überprüft, professionelle Zahnreinigungen durchgeführt und die Zahnfleischtaschen regelmäßig gemessen. So ist es möglich bereits frühzeitig ein Wiederauftreten der Parodontitis zu erkennen und zu behandeln. Durch eine konsequente Nachsorge können auch Zähne mit viel Knochenverlust über Jahrzehnte erhalten werden.

Mehr Informationen erhalten Sie auch auf der website der DG PARO dgparo.de